| 25th June Land of Ghow Harelbeke, Belgien. |
Die Erinnerung and diesen Tag ist noch frisch in meinen Gedanken, eine Mischung aus gluecklichen und traurigen Emotionen.
Nach einem ungemuetlichen Tag mit seinen Unannehmlichkeiten lenkte ich meinen Wagen bei der ziemlich hohen Geschwindigkeit von 180 km durch Holland, Richtung Belgien. Normalerweise braucht man zu meinem ersten Ziel – Zelzate – 2 Stunden, aber dank meiner neuen Range Rover legte ich den Weg in einer Stunde zurueck. Es war mir egal – ich war zu veraergert und aufgebracht. Ich hatte diese Angeltour in letzter Minute entschieden, so zu sagen als Flucht aus der Wirklichkeit! Der gefuerchtete Ausbruch!
Kurz nach 21 Uhr traf ich bei Nicky Helsens ein und kam puenktlich zum Abendessen, welches seine Freundin zubereitat hatte. Nicky ist mein bester Aussendienstberater und dank seiner bemerkenswerten Geschicklichkeit erreicht er erstaunliche Ergebnisse. Er verwendet nur eine beschraenkte Menge Koeder und angelt selten nachts. Er angelt am liebsten in den fruehen Morgenstunden mit 15mm suessen Koedern. Nach erfolgreichem Fang eines 20kg schweren Karpfens, packt er seine Sachen zusammen und faehrt zur Arbeit. „Morgenstunde hat Gold im Munde“ sagt er sich und hat seine kurzen „Angelsitzungen“ fest im Griff. |

“ Morgendlicher 20.4kg schwerer Fang“
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Nach einem vorzueglichen Abendessen und angeregten Gespraechen war mein Koerper entspannter, abe meine Gedanken waren durcheinander und mir war ueberhaupt nicht nach Angeln zumute. Es war schon spaet und ich musste meinem Plan folgen, gegen Mitternacht einen anderen Aussendienstberater - Sven - zu treffen. Ich verabschiedete mich von Nicky und lenkte meinen Wagen bei normaler europaeischen Durchschnittsgeschwindigkeit in Rechtung Gent, wo ich Sven eine Stunde spaeter traf. Bei einem Bier diskutierten wir ueber Stratgien. Unser Plan war, noch in der Nacht und ohne Beleuchtung und in voelliger Stille unsere Vorbereitungen zu treffen und die Angeln bei Anbruch der Morgendaemmerung auszuwerfen. Warum? Nun, die belgische Polizei patrouilliert mit Vorliebe nachts die Anglergebiete und nachdem ich eine sehr unangenehme Geschichte darueber gehoert hatten, verspuerten wir keinerlei Lust, von diesen Typen erwischt zu werden! Blitzlichter, eine Pistole an Deinem Kopf, alles niederlegen und Abmarsch ins Gefaengnis! Ein zu grosses Risiko, nur um nachts in diesem Gewaesser zu angeln, aber die Belohnung fuer den Angler war es wert. Fuer Sven war dies Gebiet wie sein Hintergarten und er hatte einige Tricks bereit, um die Polizeisstreifen auszutrixen.
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“Sven mit einem 19kg schweren Karpfen, am GLM gefangen“
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Wir beschraenkten unsere Anglerausruestung auf ein Minimum und benutzten Karpfenbehaelter, um so schnell wie moeglich ueber die dunklen Wege und Pfade rennen zu koennen. Wir benoetigten einen Marsch von 4 km, um zu unserem Angelort zu gelangen, immer quer durch den Wald, versteckt hinter Bueschen, waehrend wir die Polizeistreifen vorbeifahren sahen. Als wir endlich an unserem Angelplatz ankamen, fanden wir einen anderen Karpfenangler dort vor. Sven war wuetend und redete auf den Angler ein, er wuerde den Ehrenkodex der Seen nicht einhalten, man duerfe nicht tag und nacht angeln, es erregt zu viel Aufmerksamkeit und die Polizeistreifen fahren regelmaessig vorbei. Aber alles, was ich sehen konnte, war, dass Sven zu den Bueschen sprach. Der unerwuenschte Angler war blitzschnell in den Bueschen verschwunden und hinterliess keinerlei Anzeichen, dass er ueberhaupt da gewesen war. Aber Sven kannte die besten Plaetze genau und sein Angelgebiet lag einer ca. 100 m entfernten Insel am naechsten, eine lange Auswerfstrecke, aber mit Hilfe einer Angelrute wuerde er an beiden Seiten seine Koeder auslegen koennen. Schliesslich liessen wir uns in einem Angelgebiet auf der rechten Seite nieder. Sven installierte sich 3 m von mir entfernt. Er war der Schnellere von uns beiden und instalierte seine Geraete ohne Probleme. Ich hingegen muehte mich ab in der pechschwarzen Finsternis und geriet ins Schwitzen beim Versuch, meine Geraete aufzustellen. Ich hatte dies noch nie getan und geriet immer mehr unter Stress. Ein Blick auf meine Armbanduhr zeigte mir, dass es 03.30 Uhr war – oh weh! Schliesslich war auch das Zelt aufgestellt und als ich in meinem Schlafsack lag und mir die Augen zufielen, nahm ich mir vor, die Angelrute bei Sonnenaufgang aufzustellen.
Sven war bei Sonnenaufgang gegen 06.00 aujf den Beinen, er hatte vorher einmal erwaehnt dass auf dem See nach 09.30 Uhr kein Fang mehr gelingt, und noch nie ein 20kg schwerer Karpfen nach dieser Uhrzeit gefangen worden ist. Nur die 30iger kommen tagsueber heraus. Also war er auf den Beinen und legte beide Angelruten auf der linken Seite in Richtung Insel aus. Vor mir lag eine offene Wasserflaeche von ca. 4000 qm und an den Ufern wucherte. 15 m Unkraut. |
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Meine gewaehlten Einrichtungen waren stark und perfekt fuer den Angelzug eines schweren Fanges entworfen. Die lange Angelschnur ist ein Groesse 6 Widerhaken mit einem runden Auge. Der Haken ist von einer klaren Roehre umgeben, um den Karpfen beim Kampf nicht zu verletzen und liegt bei jedem Angelwurf flach. Meine Aufstellung hatte eine Angel mit bolzenartiger Wirkung, stark genug um einem wuetenden Karpfen Resistenz zu bieten. Ezueglich der Koeder merkte ich schnell, dass ich meine Lockangebote nicht auswerfen konnte, wir hatten nicht genuegend Geraete bei uns und ich hatte noch nie viel Erfolg mit Angelstoecken.
Ich habe riesiges Vertrauen in Einzelangeln. Also entschied ich mich fuer einen Tutti Megafish popup und ich persoenlich bevorzuge das Amino Liquid Food fuer meinen Hakenkoeder, Klammer und Schnur. Ich kann meine gesamtes Angelgeraet in so eine Flasche stecken und dann abtropfen lassen. Sobald die Takellung entfernt ist, werfe ich die Rute ueber meine Schulter und schleuder aus. Gans einfach aber WOW... wieviele Karpfen habe ich schon mit diesr Methode gefangen! |
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Sven weckte mich bei Sonnenaufgang aber meine Augenlider waren so schwer und ich spuerte ueberhaupt kein Verlangen nach Aufstehen oder irgendetws tun! Mit grosser Geschicklichkeit und nadelscharfer Genauigkeit plazierte er die beiden Angelruten genau dahin, wo er sie haben wollte und dann nahm er seinen Stab und feuerte ungefaher ein halbes kilo Red Shrimp & Garlic boilies um seine Hakenkoeder herum.
Mein Wecker setzte wieder ein und es war kurz vor 08 Uhr und jetzt sprang ich auf die Beine und fuehlte mich bereit. Mein Wurf auf der linken Seite traf nur ins Unkraut und nach zwei weiteren Wuerfen gab ich auf, denn ich wollte das Wasser nicht zu sehr aufpeitschen. Auf der rechten Seite nahm ich ein Haus mit vielen Baumkronen ringsherum als Richtlinie und warf die Angel so stark wie ich konnte aus, beim ersten Mal schlug sie mit einem lauten Knall auf dem Boden auf. Ich zog sie etwas zurueck und spuerte meine Bleikkugel auf Kiesboden und sah die Angelspitzt huepfen. Perfekt! Ich kroch schnell wieder in meinen warmen Schlafsack und in der Ueberzeugung, dass eine Angel gut arbeitete.
Der Fang geschah um 09.28 Uhr an der Angel am Kieselort, sie riss an der Leine und mein Tonbox bruellte in mein Ohr. Ich sprang aus dem Schlafsack und in meine Wasserstiefel und watete hinaus zu meinen beiden hochgelegenen Angeln, die an der Boeschung aus dem Wasser ragten. Die Ufer waren hier zu hoch um die Angeln an ihnen aufzustellen und das Gestruepp zu dicht, deshalb benutzten wir einen gemeinschaftlichen Zugang zum See an einer Boeschung, ungefaehr 2 meter entfernt von unserem Angelrutenplatz. Ich nahm den Angelstock und bereitete mich auf einen Kraftakt vor, aber es gab keinen Kampf. Ich zog an etwas, was sich wie ein toter Fisch anfuehlte oder dem groessen Brassen, den ich je gefangen hatte! Sven erschien jetzt am Ufer mit einem breiten Laecheln in seinem Gesicht. Er schrie: „kaempft er“ und ich antwortete „nein“ und dann sagte er, „oh, dann ist es ein 20kg schwerer Fisch“. Das wollte ich nicht hoeren und meine Beine begannen zu zittern bei dem Gedanken, dass ich meinen ersten 40 Pfund schweren Karpfen fangen sollte. Ich fragte ihn, wieso er das wisse. Er gab zurueck, dass alle aelteren 40 Pfund Fische, die sich regelmaessig in Ufernaehe aufhalten, das Vorgehen kennen. Sie bereiten sich auf einen Kampf vor, kommen und wissen, dass sie in kurzer und schmerzloser Zeit wieder auf dem Rueckweg sein werden. Die juengeren und unerfahrenen Karpfen kaempfen voller Todesangst, wie Hunde. Das war eine interessante Theorie und ich spulte glueckllich meine Schnur auf. Der Karpfen schlug auf dem unkrautbewachsenen Ufer auf und rollte an die Oberflaeche – Sven hatte Recht, es war ein Monster, aber steif und ich sah keine Moeglichkeit, ihn durch das dichte Gestruepp in mein Netz zu ziehen. Wie sich ein anstaendiger Anglerkamerad eben verhaelt, ergriff Sven mein Netz und schwamm hinaus zu dem gestrandeten Karpfen. Nach ein paar atemlosen Sekunden lag der Fisch im Netz und Sven schwamm zurueck ans Ufer. |
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Mein erster belgischer 40 Pfund / 20.01 kg Lederkarpfen, 44 Pfund nach britischer Gewichtsberechnung. Ich konnte nur sagen, dass dieser Fisch verflixt schwer war und das Ufer war noch nicht mal flach um sich hinsetzen zu koennen und dieses lange, schluepfrige und sich bewegende Etwas zu halten. Die Tatsache, dass ich mir wenige Tage vorher den Zeigefinger meiner rechten Hand gebrochen hatte und es aber erst spaeter erfuhr, half auch nichts. Du lieb Guete, dieser Fisch war schwer, unangenehm und ich hatte Schmerzen.
Es war Zeit, ins Wasser zurueck zu gehen, wo meine Fuesse auf flachem Boden stehen koennten und meine Beine und mein Ruecken mit dem Gewicht fertig werden koennten, aber es war nicht so einfach wie ich dachte. |
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Unter grosser Anstrengung versuche ich, Fuss zu fassen und mein Gleichgewicht zu halten. Falls ich den Fisch loslasse, wuerde er wenigstens ins Wasser fallen und nicht ans Ufer und schwerelos im Wasser wuerde der Karpfen dazu beitragen, schnell und muehelos ein phantastisches Foto schiessen zu koennen. |

"(Oben) Das perfekte Foto von meinem ersten 40 Pfund schweren Karpfen, bekannt als Der Lange., hoechstgewicht zu dem Zeitpunkt 23 kg. Ich werde mein Leben lang an ihn denken und die Erinnerung an ihn hegen und pflegen." |
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Wie Ihr seht, ist es ein wunderschoener See, geoeffnet fuer sehr preiswerte Tagesausfluege. Svens Schaetzungen zugrunde gibt es einen Karpfenbestand dort von ca. 200 Tieren mit ueber 20 kg. Eine Woche spaeter fingen er und sein Anglerkamerad 3 Karpfen von ueber 20 kg und 2 weitere Fische von 25 kg im gekoederten Inselgebiet. Dabei verwendeten sie eine Angelrute mit 18mm Red Shrimp and Garlic boilies und Squid and Octopus Carp Classics. All diese Fische schwimmen in einem ca. 4000 qm grossen See, der am Ende einen Teil mit Bootverbot hat und wo die grossen Exemplare in Sicherheit vor uns Karpfenanglern leben. Es erfordert grosse Anstrengungen, sie in die Mitte des Sees lo locken um sie zu fuettern; man muess sie regelmaessig vor-koedern und fuettern. Man kann es durch „Koederkameraden“ erreichen, es sind Leute, denen man vertrauen kann und die diese Taetigkeit tun, waehrend man selber seiner Arbeit nachgehen kann. Wenn das richtig funktioniert, spart man Kosten, Zeit und Muehe. Die Belohnung ist wahrhaftig erstaunlich, wenn man von seinem Angelplatz aus all die grossen Karpfen fuettern kann und Ihr und Eure Kameraden werden das Gebiet verteidigen und die Belohnung fuer alle Bemuehungen ernten. |
"RSG Land of Ghow, 25.6 kg." |
Vielleicht hatte ich sehr viel Glueck, denn es war mein allererstes Anglerlebnis in diesem Gewaesser, ich fing einen bekannten Karpfen in 1 ½ Stunden. Oder ich bin ein guter Karpfenangler der genau weiss, was in jeder Situation und im richtigen Moment zu tun ist. Meine Kollegen sagen, es gab einen Kieselgrund draussen im See, der die Bootsverbotzone mit der Insel verbindet, vielleicht war es dort, wo meine Leine mit den stark aromatisierten popups (erster Wurf) auf einen vorbeischwimmenden Karfpen wartete, der ihn anbeissen wollte. Die Schutzzone liegt ueber 200 m entfernt von dem Platz, wo meine Angl ausgeworfen wurde. Ich moechte glauben, dass der Karpfen zu meinem Koeder durch das natuerliche Futter gelockt wurde und dass er gluecklich war, den Koeder von einem klaren Kieselgrund zu nehmen.
Was auch immer geschehen sein mag – ich bin sehr gluecklich, dass ich den groessten Fisch in meiner Anglerlaufbahn an dem Morgen nach einem der traurigsten Momente meines Lebens fing.
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Bis zum naechsten Mal – und viel Glueck beim Angeln,
Leigh O' Keeffe |
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