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Destexhe Michiel.

Die  wunderschoenen Ueberraschungen, die das Karpfenangeln fuer uns bereit haelt.

Die Saison war fast vorueber und der Herbst naeherte sich. Das ist jedenfalls das, was wir Karpfenangler glauben. Aber dieses Jahr hatten wir einen heissen Spaetsommer im September und meine Welt des Karpfenangelns verwandelte sich in wunderbare Erinnerungen, die ich nie vergessen werde,  dank Ocean Fresh.

September wurde zu meiner letzten Chance, an die grosse Anzahl von Karpfen in meinen Gewaessern heranzukommen und meine harte Arbeit auf diesem Gebiet waehrend der vergangenen Saison wurde in diesem glorreichen September belohnt. Am ersten Tag schaute ich mir erstmal den See an und suchte meine Angelstelle aus. Meiner Meinung nach ist dies einer der wichtigsten Punkte, die zum Erfolg fuehren.

Obwohl ich darauf brannte, mit dem Angeln zu beginnen wollte ich doch erstmal einen klaren Ueberblick des Seegrundes bekommen und einen guten Anhaltspunkt fuer meine Taetigkeit finden. An jeder Angelstelle, die ich besuchte, warf ich meine Marker Rod aus und suchte nach hartem Grund. Am dritten Angelplatz und nach dem zweiten Cast zur Erforschung des Grundes stiess ich auf ein wunderbar flaches Plateau, von dem ich annahm, dass es auf der Schwimmroute der Karpfen lag. Nachdem meine Entscheidung getroffen war, stellte ich hier meine linke Angelrute auf. Ich wollte weiter entlang des Sees nach einer guten Stelle suchen, um meine rechte Rute aufzustellen, aber der naechste Angelplatz war von einem alten Matchangler besetzt und ich wollte weder ihn noch seinen Platz stoeren. So entschloss ich mich erstmal, meine linke Angel ueber dem Plateau auszuwerfen, dabei verwendete ich einen ganzen 18mm oily crab, einen halben boilie am Haar und einen PVA Strang mit drei halben. Da ich keine bessere Wahl fuer die rechte Rute gefunden hatte, warf ich sie weit in den See hinaus. Nach 30 Minuten hatte ich einen maechtigen take an der linken Angel und landete einen Common von 13kg – UK 28.2lb !



"Common 28.2lb"


Welche Ueberraschung und dabei hatte ich gar nicht mit so etwas gerechnet, ich hatte einen prima Angelplatz gefunden und kam schneller als ich dachte an die Karpfen heran! Das ueberzeugte mich davon, dass ich an der richten Angelstelle war! Ohne groessere Erwartungen hatte ich eine tolle Belohnung bekommen, nur durch ganz einfaches Recherchieren nach guten Angelverhaeltnissen.

Am naechsten Tag kam ich frueh an den See um meine Stelle zu kennzeichnen und eine geeignete Stelle fuer meine rechte Rute zu finden. Nach einer Stunde fand ich den idealen Platz. Er lag an einer weiteren Route der Karpfen, wo sie eine Art kleinen Kanal „gegraben“ hatten um sich vor der Gefahr zu verbergen, die das klare und durchsichtige Wasser bedeutete, denn man konnte den Grund vom Ufer aus sehen. Dieser Platz lag nur 3 m vom Ufer entfernt und ich war ueberzeugt, dass dies die Route der Karpfen war, sie fuehlten sich hier sicher ohne gesehen zu werden.

Jetzt, nachdem ich diese beiden optimalen Stellen gefundenn hatte, war es Zeit, die Koeder einzusetzen. Ich setzte einen Koeder dropper ein und fuetterte die beiden Stellen an, jedesmal nahm ich wieder kleine particles und Oily Crab boilies, was zusammen eine gute Mischung ergab und erlaubte, mehr als nur einen Fisch auf einmal zu fuettern.

Dieser See eignete sich zum Angeln am spaeten Nachmittag und abends und so richtete ich mich mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen fuer die Nacht ein und glaubte fest daran, dass meine „Delkins“ ertoenen wuerden. Als erste kam Bewegung in meine rechte Angelrute. Dieselbe anderthalbige Mischung aus boilies am Haar – und innerhalb einer Stunde landete ich 2 maechtige Karpfen von diesem tollen Angelplatz aus. Der erste biss gegen 22 Uhr an, es war ein grosser Spiegler von 18kg, 39.6lb und zu meinem Erstaunen kam der zweite Fisch um 22.28 Uhr, nur 15 Minuten nachdem ich die Rute wieder an Ort und Stelle aufgestellt hatte! Der zweite Karpfen war sogar noch groesser, ein Lederspiegler von 20.2kg, 44.4lb ! Meine ersten 40 in diesem See in nur zwei Tagen, mit Oily Crab – und das war nur der Anfang!



"Spiegler”,  39.6lb"



"Leather", 44.4lb"

In den fruehen Morgenstunden kam Bewegung in meine linke Rute und nach einem langen Kampf lag ein weiterer Karpfen auf meiner Matte. Sofort nach dem Wiegen nahm ich diesen wundervollen Fisch auf den Arm und hatte so ein schoenes Gefuehl. Ich zerbrach meine boilies in 2 Teile und streute sie weit nach vorne mit der Absicht, es den Brassen so schwer wie moeglich zu machen, denn ich dachte mir, es ist schwer fuer sie, beide Bissen in ihre Maueler zu bekommen und so hatte ich die Hoffnung, dass der Koeder dort so lange bleiben wuerde, bis die Karpfen kaemen. Aber Karpfen finden immer alles. Dieser Spiegler wog 15.4kg, 33.8 lb und so endete meine erste Nachtsession mit drei wunderbaren Karpfen. Auf der Rueckfahrt pfiff ich froehlich vor mich hin, in der Gewissheit, dass ich wiederkommen wuerde und mehr riesige Karpfen an diesen beiden perfekten Angelstellen fangen wuerde!


"Spiegler”, 33.8lb"


Am naechsten Spaetnachmittag war ich wieder da und verstreute ein ½ kilo Crab boilies an beiden Angelstellen. Mein Freund, der die ehrenvolle Aufgabe hatte die Fotos zu schiessen und auch die Bilder des vergangenen Abend gemacht hatte, stiess zu mir und blieb eine Weile da. Er war auch erstaunt ueber die hohen Temperaturen und ueber den Erfolg mit diesem magischen Koeder, aber er wusste nicht, wie genau und gruendlich ich diesen Koeder fuer diese Stellen ausgesucht hatte. Waehrend wir uns unterhielten, begann meine linke Rute zu zucken an und mein Delkin heulte in die Nacht hinaus – wieder ein Fang! Es wurde ein amuesanter Kampf und ich kam bei der hohen Temperatur ins Schwitzen. Endlich konnte ich den Karpfen landen, die Waage zeigte 29.5lb. Ein etwas kleineres Exemplar also, aber genauso willkommen!



"Common”, 29.5lb"

Ich dankte meinem Freund fuer seine Unterstuetzung und er versprach, spaeter wieder zu kommen, um die bevorstehenden Karpfen der kommenden Nacht zu fotografieren! Gerade war er hinter den Bauemen verschwunden, als meine linke Rute wieder zu toenen begann, ich schrie und rief ihn zurueck, was er auch in aller Eile tat. Dieser Drill war viel langsamer und mit meinen trainierten Augen erkannte ich ein noch schoeneres Exemplar von einem Karpfen.! Und wieder landete ein ueber 15kg schwerer Karpfen in meinem Netz. Es war wieder ein Spiegler, mit derselben anderthalb boilie Methode.  Mein Freund half mir beim Wiegen und Fotografieren und ging dann, kam in der Nacht nicht wieder.


"Spiegler”, 33lb"


An jenem Abend fing ich noch zwei kleinere Fische von 11 und 10.7kg, aber es war niemand da zum Fotografieren und ich entliess sie schnell wieder ins Wasser und dachte an meinen kurz davor gefangenen Karpfen. Der naechste Tag sah wie ein richtiger „Fisch-Tag“ aus und waehrend ich noch den sonnigen Himmel beobachtete, spuerte ich einen langsamen Run an meiner rechten Rute. Es fuehlte sich wie ein grosser und solider Klotz an der nur darauf wartete,  aus dem See herauszukommen, aber so heftig ich mich auch bemuehte um ihn naeher zu bringen -  der Fisch sauste davon und spulte Meter um Meter der Angelschnur ab, ich konnte nichts machen, nur abwarten.  Schliesslich ermuedete der Fisch und nun waren mehrere andere Angler um mich versammelt, mit deren Hilfe der Karpfen ins Netz kam und gewogen wurde. Er war ziemlich massiv und wir staunten nicht schlecht, als die Nadel der Waage 24.2kg, 53.2lb anzeigte! Wieder ein Spiegler und er wurde mein „personal best“ Karpfen mit Oily Crab. Mein Vertrauen darin schoss nun wirklich himmelhoch!



"Grosser Spiegler”, 53.2lb"


In den naechsten 2 Stunden passierte nichts, das Wasser lag ruhig da und ich sass ganz still um die Ruhe nicht zu stoeren – bis ich ein Klappergeraeusch an meiner linken Rute wahrnahm. Ich ergriff die Rute und es folgte ein heftiger Drill. Ich dachte, es waere ein kleinerer Fisch, aber als ich ihn aus dem Wasser zog, war er viel schwerer. Ein Common von 18.8kg, 36.9lb und wieder hatte ich einen Treffer gelandet!



"Common 36.9lb"

Die Schuppen des Common glaenzten in der Abendsonne auf der Matte. Ich liess ihn wieder ins Wasser gleiten und koederte den Bereich um meine linke Rute herum. Dieses Mal mischte ich ein halbes kilo particles mit zehn zerbrochenen Oily Crab boilies und einige Ganze. Eine Stunde war wieder Bingo! Ein maechtiger Common von 37.9lb !


"Common 37.9lb"


Anschliessend wollte ich wieder anfuettern, aber ich bemerkte einen anderen Angler, der mich scharf beobachtete. Ich wollte meine guten Angelstellen nicht verlassen und setzte mich deshalb neben meine Ruten, bis das Wasser des Sees wieder ruhig war. Spaeter, als der Angler fort war, koederte ich nochmal den Bereich an, konnte aber an diesem Spaetnachmittag nur noch zwei kleinere Fische von 9 und 8kg an Land holen, die kleinsten dieser Session.

Um 20 Uhr verliess ich den See mit dem Gedanken, den Angelbereichen eine Ruhe ohne Druck zu goennen. Bevor ich mich auf den Heimweg machte, koederte ich das Wasser noch einmal kraeftig mit particles und einem weiteren Kilo Oily Crab boilies. Ich war gluecklich und dachte daran, dass ich in den letzten drei Tagen mehr Erfolg gehabt hatte als in der gesamten Saison. Jetzt durfte ich ausruhen und auf die guten Ergebnisse anstossen! Am naechsten Tag fuhr ich zu dem Common See, wo ich  immer geangelt hatte und in diesem Jahr meinen besten Common  gefangen hatte, 38.5lb; ich hatte dort einen Lieblingsplatz, von wo man Zugang zum ganzen See hat.


"Common 38.5lb"

Es war immer noch ziemlich heiss und nachdem ich ein paar richtige warme Stellen gefunden und gekoerdert hatte, legte ich mich gemuetlich zu einem Mittagsschlaefchen in meinen Liegestuhl. Ich fuehlte mich nach den vielen Karpfenfaengen etwas muede und vor lauter Aufregung und Freude hatte ich meinen wohlverdienten Schlaf vergessen. Zu meiner Enttaeuschung fing ich nur ein paar Brassen an diesem Tag und als der Abend anbrach, hegte ich keine grosse Hoffnung mehr auf einen Karpfen. Ich ueberlegte, ob ich einpacken und zu dem vorherigen See fahren sollte. Ich fing an zu verweifeln und probierte eine neue Methode aus – halbierte boilies Ruecken an Ruecken am Haar. Ich landete auf einen drink und einen Schwatz an der Angelstelle meines Nachbarn als die Stille ploetzlich zerrissen wurde – mein Delkin begann ueber den ganzen See zu pfeifen und ich rannte zu meiner Rute zurueck. Zehn Minuten spaeter hatte ich den Fisch in meinem Netz. Ich holte meine Kopflampe heraus und sah einen Karpfen mit breitem Ruecken, der ganz ruhig in meinem Netz lag. Was fuer ein Riese.... und wenig spaeter wurde dies bestaetigt – 20.2kg ! Es war mein zweiter 40iger mit Oily Crab in einem harten Gewaesser und bei hohen Temperaturen, innerhalb einer Woche. Ich schrie laut auf vor Freude und viele von den am See anwesenden Anglern kamen und wollten meinen Fang bestaunen. Dieses Mal war es ein glaenzender fetter Common.


"Common 44.4lb"


Was fuer eine Woche! Was fuer ein Monat! Was fuer ein Jahr mit Ocean boilies!

Das wars dann auch erstmal, denn naechtliches Angeln war an dem See nicht erlaubt, so packte ich meine Sachen zusammen und fuhr nach Hause. Am naechsten Tag kehrte ich zu meinem grossen Karpfensee und meinem ersten Angelplatz zurueck und in den noch verbleibenden Tagen im September erzielte ich weitere gute Ergebnisse an diesem Angelplatz mit meiner Mischung aus Oily Crab boilies und particles. Insgesamt fing ich 25 Karpfen, ich habe nur die besten Fotos davon ausgesucht, um sie euch zu zeigen. Von einigen Fischen konnten keine Fotos geschossen werden, da kein Freund dafuer anwesend war.  Ich sah dauernd Karpfen, die sich durch meine Angelstellen tummelten und als das Wetter umschlug, fuetterte ich nur noch boilies, was groessere Karpfen in mein Netz brachte.

Die folgenden Fotos zeigen zwei weitere Karpfen, im September gefangen; der Rest stammt aus frueheren Tagen der Saison, alle Fische mit ganzen Oily Crabs 18mm und mit der Mischung aus halben boilies und particles gefangen!



"Leather 35.2lb"


"Spiegler 37.9lb"


"Spiegler 25.3lb"


"Spiegler 34.7lb"


"Spiegler 35.2lb"


Viele Karpfenangler fragten mich, wie ich das gemacht haette und ich antwortete einfach: guter Koeder und gute Lage.

Meine Schlussbemerkung ist: harte Arbeit, staendiges sich Bemuehen, viel Zeit zur Beobachtung des Wassers, die richtigen Stellen finden und den richtigen Koeder verwenden. So kommt man zu den Ergebnissen, die man verdient. Versucht es mal!


Bis spaeter,

Destexhe Michiel